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Entwicklungsprozess in St. Franziskus vor dem Abschluss

Seit gut zwei Jahren baut die katholische Pfarrei St. Franziskus – neben den 41 weiteren im Bistum Essen – intensiv an ihrer Zukunftsplanung bis ins Jahr 2030. Mit einer Pfarreiversammlung bog dieser komplexe Entwicklungsprozess am 14. Oktober (Samstag) auf die Zielgerade ein. Das bis zum Jahresende von Bischof Overbeck geforderte Votum wird dann am 8. November von Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat final entschieden.

Die Präsentation mit dem Disskussionsstand vom 14. Oktober 2017 finden Sie HIER

Über 100 Interessierte – weniger als erwartet – nutzten die letzte öffentliche Gelegenheit, sich in der Heimkehrerdankeskirche in Weitmar-Mark über den Stand der Planungen zu informieren sowie weitere Vorschläge und Denkanstöße in die Diskussion einzubringen. Gekonnt moderiert von Günter Eilers entwickelte sich am Samstagvormittag ein rund dreistündiger Austausch von Argumenten in sachlicher, konstruktiver Atmosphäre.

„Mit Gottes Beistand Wege nach vorne suchen“, gab Pfarrer Thomas Köster in seiner Begrüßung als Motto aus; „kommen sie ruhig näher, die Zukunft macht es ja auch“, griff er dabei ein sinnbildliches Motto von einem  Bauzaun auf. Carina Frings und Florian Rommert als Vertreter des Koordinierungsausschusses,  sowie Georg Kronenberg vom Kirchenvorstand und Marcus Klefken, im Bischöflichen Generalvikariat tätiger Dezernent, stellten zudem das favorisierte Drei-Regionen-Modell für den Planungszeitraum bis 2030 zur Diskussion. Demnach sollen zukünftig Pastoralteams (Priester, Diakone, Pastoral- und Gemeindereferenten) in Linden-Dahlhausen, Weitmar (mit Weitmar-Mark und Bärendorf) und Wiemelhausen-Steinkuhl-Querenburg in den auf Dauer unentbehrlichen Kirchen und Gemeindeheimen die „Grundversorgung“ sicherstellen. Ein „Mehr an Angebot“ durch ehrenamtliches Engagement ist sehr willkommen und wird unterstützt, zum Beispiel für die Kinder- und Jugendarbeit. Innerhalb der Region fördern  Veranstaltungen wie Fronleichnamsprozessionen, Martinszüge, (Wall-)-Fahrten das Zusammenwachsen der bisherigen Gemeinden. Die in Randlage der langgestreckten Pfarrei befindlichen Standorte Oberdahlhausen (St. Engelbert) und Hustadt (St. Paulus) sollen zumindest die Gemeindeheime als Gottesdienstraum und Versammlungsort auf Dauer behalten. Auch ökumenische Raumpartnerschaften müssten geprüft werden. „Das Nebeneinander her der christlichen Kirchen ist nicht mehr zeitgemäß“, brachte es Rainer Prodöhl zum Reformationsjubiläum auf den Punkt und begrüßte den evangelischen Pastor Christian Zimmer aus Querenburg unter den Besuchern.

Als finanzielle Vorgabe des Bistums gilt es, bis 2020 rund 30 Prozent, bis 2030 etwa 50 Prozent im Haushalt der Pfarrei einzusparen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen dabei vermieden werden, jedoch ist zu prüfen, ob nach Eintritt ins Rentenalter die Stellen wieder neu besetzt werden.

Konkret entscheiden die Gremien mit Blick auf ein wirtschaftliches Konzept über je zwei Denkmodelle zur Zukunft der Kirchen und Gemeindeheime. Bei den Gotteshäusern steht die Zukunft der St.-Engelbert-Kirche in Oberdahlhausen und der St.-Martin-Kirche in Steinkuhl im Fokus: Rücklagen für diese Kirchen werden nicht mehr gebildet; im Zeitraum bis 2025 wird geprüft und entschieden werden müssen, welche Notwendigkeiten gegeben und ggf. welche Optionen zur Umwidmung möglich sind.

Für die Zukunft der Gemeindeheime wird intensiv diskutiert, ob das stark renovierungsbedürftige Franziskus-Heim in der jetzigen Form erhalten bleiben soll oder doch das Haus hinter der Heimkehrerdankeskirche in Weitmar-Mark. Bevor entschieden wird, sollen alle Optionen noch mal geprüft werden, z.B. auch die auf einen Investor und einen „kleineren“ Neubau an der Franziskusstraße.  „Auf lange Sicht sind beide Gemeindeheime überdimensioniert“, so Pfarrer Köster.

„Die Entscheider in den Gremien haben keine leichte Aufgabe und unseren Respekt verdient“, betonte Günter Eilers unter großem Beifall in seinen Schlussworten. „Es gab hier noch einmal klare Statements für Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat, die getrennt voneinander über die Varianten entscheiden“. Schließlich lobte Eilers die akribische Arbeit von Maria Waldner, die als Vorsitzende des Koordinierungsausschusses einen dicken Ordner mit Dokumenten und Protokollen vom Pfarreientwicklungsprozess dabei hatte. Nach fast zwei Jahren Vorbereitungszeit ist nicht nur die Gemeindereferentin von St. Engelbert froh, wenn die Ziellinie bald erreicht ist. 


Die Präsentation mit dem Disskussionsstand vom 14. Oktober 2017 finden Sie HIER