Erlebnis und Spiritualität: Informationen zum Projekt
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 21. Januar 2010 um 10:26 Uhr Dienstag, den 13. Oktober 2009 um 15:34 Uhr
Jugend - Zwischen Himmel und Erde
„Zwischen Himmel und Erde“
Unter diesem Namen wird im nächsten Jahr bei uns in der Heimkehrer-Dankeskirche/ Hl. Familie eine jugendpastorale Aktion der besonderen Art stattfinden. Von Januar bis im März vor der Karwoche (Aktionszeitraum 17.1. bis 21.3.2010) wird das mobile Hochseilgarten-Projekt „Zwischen Himmel und Erde“ vom Bistum Essen bei uns in der Heiligen Familie gastieren.
Mit dem Projekt, das durch die Städte des Ruhrbistums Essen wandert, wurden in Oberhausen (Jugendkirche TABGHA) und in Gelsenkirchen (Philipp-Neri-Zentrum/ Liebfrauenkirche) bereits sehr gute Erfahrungen gemacht. Wir freuen uns darüber, es nun auch bald den Bochumer Jugendlichen anbieten zu können.
Verknüpfung von Erlebnispädagogik und Spiritualität
"Zwischen Himmel und Erde" bietet die einmalige Möglichkeit, handfestes Erleben mit spirituellen Erfahrungen zu vereinen. Das erlebnispädagogische Klettern ist somit nur ein Teil des Programms. In spirituellen/ religiösen Impulsen wird die Erfahrung im Hochseilgarten in Bezug zum eigenen Leben und zu Gott gesetzt. Der Hochseilgarten wird daher auch bewusst in Kirchen aufgestellt. Die Raumerfahrung und die Wirkung des Kirchenraumes können hier unmittelbar in die positive Erfahrung einfließen. Die Jugendlichen können die Erfahrung machen, dass sie gehalten werden, Vertrauen zu Anderen haben können, dass auch sie selbst Anderen eine Hilfe sein können. Sie erleben, dass sie die Möglichkeit bekommen, in der Gruppe über sich hinauszuwachsen und lernen dabei aber auch eigene Grenzen kennen. Diese Erfahrungen können das Leben der Jugendlichen bereichern.

Eine große Chance
Uns als Christen bietet sich hier eine große Chance an den Erfahrungen und dem persönlichen Wachstum von Jugendlichen teilhaben zu können. Durch das Projekt bietet sich uns als Kirche die Möglichkeit eine Offenheit zu zeigen, die Jugendliche heute oft vermissen. Wir erreichen Jugendliche (z.B. in Schulen), die wir sonst nicht erreichen würden und können ihnen zeigen, dass sie wertvoll für uns sind.
Gedenkstätte
Der Tatsache, dass die Heimkehrer-Dankeskirche eine Gedenk-stätte ist, wird Rechnung getragen, indem das Andenken und die Dankbarkeit der Heimkehrer aufgegriffen werden sollen, denn auch sie hingen während der Gefangenschaft zwischen den Seilen, wussten nie, ob der nächste Schritt sicher war. Sie vertrauten auf Gott und halfen sich gegenseitig auf ihrem unsicheren Weg. Hier bieten sich viele Übertragungsmöglichkeiten, die im Hochseilgarten aufgegriffen werden können.
Im nächsten Jahr ist die Heimkehrer-Dankeskirche anlässlich der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 eine der 52 „Spirituellen Kulturtankstelle“ im Bistum Essen. Das Projekt „Zwischen Himmel und Erde“ ist ein der Aktionen die in diesem Rahmen stattfinden.
Für die Dauer des Projektes werden wir in der Kirche Bänke herausnehmen und eine ca. 6m x 9m x 10m (BxLxH) Traversenkonstruktion aufstellen. Der Hochseilgarten ist freistehend und es werden keine baulichen Veränderungen an der Kirche vorgenommen. Die Denkmalrechtliche Erlaubnis der Unteren Denkmalbehörde liegt vor.
In der Karwoche Ende März wird die Kirche wieder so aussehen wie vorher, aber eine großartige Erfahrung und viele Besuche reicher sein.
Am Standort Heimkehrer-Dankeskirche in Bochum ist das Projekt eine Kooperationsveranstaltung der Pfarrei St. Franziskus, des BDKJ Stadtverbandes Bochum & Wattenscheid. Eigner und Projektentwickler von "Zwischen Himmel und Erde" ist die KKJA.
Ansprechbar für das Projekt „Zwischen Himmel und Erde“ in der Heimkehrer-Dankeskirche sind der Jugendbeauftragte und Gemeindereferent Florian Rommert und Jugendreferent Stephan Hill.

Statements zum Projekt:
Prof. Dr. Damberg, Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit, Ruhruniversität Bochum:
"Da nunmehr geklärt zu sein scheint, dass nicht an eine dauernde bauliche Nutzung der Kirche durch Klettergerüste, als Spielpark etc. gedacht ist , sondern es sich um ein befristetes Projekt handelt, scheinen sich mir gerade an diesem Ort zahlreiche Bezüge zwi-schen dem Projekt und der Geschichte dieses Ortes zu ergeben: Gerade wenn eine Generation der deutschen Geschichte lange Jahre buchstäblich Grenzgänger „zwischen Himmel und Erde“ war, dann die Generation, die diese Kirche baute. Was heutige Jugendliche oft spielerisch erfahren wollen, war für diese Generation gewaltsamer Ernst. Zentrale Herausforderung an die Beteiligten des Projektes und der Pfarrgemeinde dürfte also sein, das Anliegen des Projektes mit diesem eigenen Charakter des Erinnerungsortes zu vermitteln. [...] So betrachtet, kann das Projekt auch dazu beitragen, die Kirche selbst als historischen Ort im Bewusstsein von Jugendlichen zu verankern, die ihm sonst nie begegnen würden."
Prof. Dr. Matthias Sellmann, Lehrstuhl für Pastoraltheologie, Ruhruniversität Bochum:
"Das jugendpastorale Projekt "Zwischen Himmel und Erde" [...] will jungen Leuten pädagogisch und spirituell vermitteln, dass menschliche Existenz eingespannt ist zwischen die Höhe großer Berufungen und die Tiefe des nie ganz vermeidbaren Scheiterns. So wie die christliche Botschaft im Kreuz signalisiert, sowohl die Höhe wie die Tiefe menschlichen Lebens zu kennen und als Ort des Heils auszumessen, so werden die Traversen des Projektes zum beispielhaften Symbol für ein Leben in Christus, das in allen Höhen und Tiefen von ihm umfangen bleibt. Ja, der Klettergarten ist eine exzellente Möglichkeit, die Heilsansage des Christentums in heutiger Form geistlich zu verstärken, indem ich sie jetzt auch vertikal im Kirchenraum begehbar mache. Nicht nur junge, sondern auch ältere Christen dürfen sich darauf freuen, sich etwa das Wort des Paulus aus dem Römerbrief ganz konkret zu ersteigen: „Weder Gewalten der Höhe noch der Tiefe (…) können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn." (Röm 8, 38f)"
In Kürze werden hier weitere Informationen und Fotos zu sehen sein.


