Pläne, Prioritäten und neue Wegweiser helfen in St. Franziskus auch Neulingen bei der Orientierung

„Ich habe mich hier sehr willkommen gefühlt“, brachte eine Besucherin den Dank an das  Vorbereitungsteam in St. Engelbert zum Ausdruck. Die Dahlhauser Gemeinde war Gastgeber der jährlichen Pfarrversammlung. In zwei informativen Stunden bildete „Willkommenskultur“ einen thematischen Schwerpunkt.

 

„Wir sind für Neulinge oft nicht einladend“, betonten Claudia Giesen und Frank Bette im selbstkritischen Dialog. Dabei sollte es selbstverständlich sein, dass in der Pfarrei St. Franziskus Menschen, die Interesse am Christentum haben, mit offenen Armen empfangen werden – auch mit Blick auf die Mitgliederentwicklung. 134 Taufen und acht Kirchenneintritte hat es 2018 gegeben. Die wesentlich höhere Zahl an Austritten in Summe mit knapp 300 Beerdigungen hat zum rückläufigen Bestand auf noch 25.200 Katholiken zwischen Dahlhausen und Querenburg  geführt.

Geringer werden auch die zur Verfügung stehenden Ressourcen: „Wir sollten als kluge Verwalter von Gottes geschenktem Reichtum agieren, nicht etwa als Konkursverwalter; uns fragen, was wichtig ist und worin investiert werden soll“, gab Pastor Stephan Scheve im Gottesdienst der folgenden Pfarrversammlung auf den Weg. Ein komplexer Umsetzungsplan, kurz „Um-Plan“, hilft zur Veranschaulichung der Prioritäten, die bei der Realisierung des Pfarreientwicklungsprozesses bis 2030 gesetzt werden. Der vor wenigen Tagen verabschiedete „Im-Plan“ ist dabei ein Teilbereich, in dem die Pfarrei den Fortbestand, die Weiterentwicklung oder auch Aufgabe von Immobilien festgezurrt hat. Hierzu berichtete Michael Lenninger, dass nun doch beide Gemeindeheime in Weitmar mittelfristig erhalten werden sollen. Während die Kosten für das Gebäude in St. Franziskus aus Mitteln des Pfarreihaushaltes finanziert werden, wird versucht, das Gemeindeheim „Heilige Familie“ mit Hilfe des Fördervereins sowie Erlösen aus Gemeindefesten und weiteren Aktionen in den nächsten fünf Jahren zu unterhalten.

Die Sanierung des Turms von St. Johannes im Wiemelhauser Kirchviertel lässt auf sich warten: Bis Ende November soll eine genaue Kostenberechnung vorliegen. Davon hängt auch die Höhe des vom Bistum Essen zugesagten Zuschusses ab. 
Sorgen bereiten die Deckenelemente in der Kirche „St. Martin“ in Steinkuhl: Aus Sicherheitsgründen sind Gottesdienste derzeit nur in der Seitenkapelle möglich. Zwei Gutachten sollen das Ausmaß der erforderlichen Sanierung klären. Für die „B-Kirche“ sind jedoch keine Rücklagen im Haushalt vorhanden. „Trotzdem bleiben wir guter Hoffnung, dass es dort weitergeht“, so Pfarrer Thomas Köster. 
Nicht einfacher wird die Arbeit in der Region Wiemelhausen – Querenburg – Steinkuhl zudem durch eine personelle Veränderung: Dem Wunsch von Pastor Klaus Giepmann, Anfang 2020 aus dem aktiven in den besonderen Dienst zu wechseln, hat Bischof Franz-Josef Overbeck entsprochen. „Er wird aber in unserer Pfarrei wohnen bleiben und nach Absprache weiterhin Aufgaben übernehmen“, erläuterte Köster einerseits erleichtert, aber im Bewusstsein, dass auf ihn und dem in der Region Weitmar verankerten Pastor Scheve – den letzten beiden hauptamtlichen Priestern – in der östlichen Pfarreiregion zusätzliche Aufgaben im Bereich der Gottesdienste warten. Entlastung könnte eine für den Frühsommer 2020 in Aussicht gestellte,  personelle Unterstützung durch das Bistum bringen.
In Weitmar steht zum Ablauf dieses Jahres ebenfalls eine wichtige Personalveränderung an: Mit Kantor Helmut Leo wird der zweite der drei fast gleichaltrigen, hauptamtlichen Kirchenmusiker in den Ruhestand verabschiedet. „Das Nachbesetzungsverfahren dieser Stelle mit dem Schwerpunkt Chor- und Orchesterarbeit läuft, wir schauen uns einige Bewerber an “, so Thomas Köster.

Ausschau nach ehrenamtlichen Unterstützern und Talenten halten seit zwei Jahren die Koordinatoren Eva Boi und Alexander Jaklitsch, der nach dem Ende der Elternzeit im November wieder aktiv wird. Nachdem beide 2018 die Angebote und Verantwortlichkeiten in der Region Linden/Dahlhausen aufgelistet und vernetzt haben, läuft dieser Prozess seit Februar in der Region Weitmar. Der Fördertopf zur Unterstützung von Projekten und Weiterbildung wurde gerade wieder aufgefüllt. Zudem lädt das Bistum zum ersten Ehrenamtstag am 7. Dezember nach Essen-Werden ein. Weitere Infos liefert die Homepage „ehrenamt.psfb.de“.

Information und Orientierung in der Pfarrei sollen auch eine verbesserte wie vernetzte  Außendarstellung bieten. Gemeindebriefe könnten regional erscheinen, Gemeindeheime und –büros werden bald einheitlich mit Hinweisschildern versehen. Damit Neulinge in der Pfarrei oder Gäste aus anderen Gemeinden sich  schnell zurechtfinden – auch eine Form der Willkommenskultur, die als Grundlage zum Miteinander verstärkt in den Blickpunkt gerückt wird. Damit die Pfarrei trotz erschwerter Rahmenbedingungen als Anlaufstelle wie Ansprechpartner für Menschen in vielen Lebensfragen und Lebenslagen attraktiv bleibt.