Liebe Schwestern und Brüder!

James: „The same procedure as last year….“ Sophie: „The same procedure es every year“
Dieses oft verwendete Zitat aus dem Sketch mit May Warden und Freddie Frinton aus dem Jahre 1961 wird häuft dann verwendet, wenn Dinge ihren gewohnt Gang gehen oder mit einem leichten Augenzwinkern so belassen werden wie es schon immer war… 

„Wen besuchen wir am 01. Mai?“
„Wohin fahren wir über Christi Himmelfahrt?“
„Nehmen wir am Brückentagswochenende noch einen Tag Urlaub?“
„Gehen wir gemeinsam zu Bochum Total?“
„Wo gehen wir nächsten Sonntag in die Kirche?“ … 
Dies und vieles mehr könnte man mit dem Zitat beantworten.

Aber in diesem Jahr? Das Zitat dürfte wenig Anwendung finden. Alle selbstverständlichen und gewohnten Gegebenheiten sind anders, gilt es neu zu überdenken. Schule, Urlaub, Ausflüge, Familientreffen finden nicht so statt wie üblich. Kleine und große Veranstaltungen werden abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Alles scheint aus den Fugen zu geraten, die wirtschaftlichen Folgen sind noch kaum absehbar. Bei diesen Überlegungen kommt mir immer wieder die biblische Erzählung des Emmausgang (Lk 24, 13-35) in den Sinn. Die Jünger waren unterwegs, alles ist anders, nicht ist mehr so wie es war. Hoffnungslos, verunsichert und traurig gehen sie ihren Weg. Und dennoch werden sie von einer stützenden und haltenden Kraft ganz unbemerkt begleitet. 
Da lohnt es sich doch zu fragen, was uns in diesen Tagen, Wochen und Monaten stützt und begleitet. Welche Personen sehen wir durch die veränderten Rahmenbedingungen jetzt vielleicht ganz anders?
Wer geht mit uns?
Wer trägt uns?
Wer reicht mir seine Hand?
Wer öffnet uns die Augen?

Am Ende der Emmauserzählung heißt es dann: „…, dann sahen sie ihn nicht mehr“ Jesus hat sich nicht aufgedrängt und seine Hilfe angeboten. Er war einfach da. Die Zeichen konnten wirken und in die Herzen eindringen. Dann war er wieder weg. Diese kleinen und fast unmerkbaren Zeichen von vielen Wegbegleitern wünsche ich Ihnen. Denn zusammen schaffen wir das und wir können sicher sein, dass viele Menschen ihr Möglichstes dafür tun. Um mit den Worten von Freddie Frinton zu sprechen: „I’ll do my very best!“

Einen gesegneten Sonntag und bleiben Sie gesund!

Florian Rommert, Gemeindereferent