Es ist ein seltsamer Tag der Karsamstag, der Tag der Grabesruhe.

Nach den Ereignissen vom letzten Abendmahl, über die Gefangennahme Jesu, der Verurteilung, dem Kreuzweg und dem Tod am Kreuz plötzlich Ruhe, Stillstand …

Und irgendwie kommt uns dieser unwirkliche Tag in diesem Jahr doch irgendwie so vertraut vor. Ist doch in diesen Tagen aufgrund der Schutzmaßnahmen wegen der Corona-Pandemie um uns herum auch alles ruhiger, erleben wir bisweilen Stillstand und Leere …
Und dennoch geschieht an diesem Tag etwas.

In unserem Glaubensbekenntnis heißt es: „Hinabgestiegen in das Reich des Todes“. D.h. Jesus geht an diesem Tag, an dem alles still zu stehen scheint, dahin wo Finsternis und absolute Ruhe herrschen.

Warum? Damit Ostern werden kann – für alle!!

Gisela Baltes bringt es für mich in ihrem Text über den Karsamstag auf den Punkt:

Karsamstag

Tag des Schocks.
Tag der Starre.
Erschüttert. Fassungslos.

Tag der Traurigkeit.
Tag der Ratlosigkeit.
Verstört. Verwirrt.

Tag der Grabesruhe.
Tag des Schweigens.
Still. Totenstill.

Tag des Wartens.
Tag des Hoffens.
Worauf? Wie lange?

Zeit aufzubrechen,
sich auf den Weg zu machen
zum Ostermorgen.

Halten wir ihn aus – heute – den Tag der Grabesruhe, um dann aufzubrechen in den Ostermorgen!

Daniela Drost, Gemeinde Liebfrauen